Aus für Schacht Konrad immer unwahrscheinlicher Willkommen auf Konrad3
Foto : Ließ
BERLIN (ck) Ein geregeltes Aus für das geplante Atommüll-Endlager Schacht
Konrad in Salzgitter im Rahmen der Atom-Ausstiegsvereinbarung wird immer unwahrscheinlicher.
Das zeichnet sich nun auch mit einem gestern bekannt gewordenen Entwurf für
den Konsensvertrag zwischen Regierung und Energieversorgern ab.
Danach sollen die Behörden das laufende Planfeststellungsverfahren für
Schacht Konrad abschlie8en, allerdings soll der Antrag auf sofortige Vollziehbarkeit
des Beschlusses zurückgenommen werden. Auf diese Weise würde eine gerichtliche
Überprüfung im Hauptsacheverfahren möglich, bevor über die Inbetriebnahme
des Lagers für schwach- und mittelradioaktiven Müll entschieden würde.
Ein solcher Kompromiß, der auch Schadenersatzzahlungen hinfällig machen
würde, wird von Regierung und Atomindustrie bereits seit Monaten erwogen. Laut
Entwurf würde die Erkundung des Salzstockes Gorleben als Atommüll-Endlager
für mindestens drei, höchstens zehn Jahre unterbrochen. Offen gelassen
ist die Frage der Restlaufzeit. Ein Sprecher der Bundesregierung betonte aber, der
bekannt gewordene Entwurf sein nicht einmal auf dem jetzigen Stand". Eine Reihe
von Fragen sei in den Verhandlungen noch offen. Das für nächsten Mittwoch
ins Auge gefasste Spitzengespräch bei Bundeskanzler Gerhard Schröder hänge
davon ab, ob bei den Fachgesprächen in den nächsten Tagen eine Annäherung
erreicht werde. strittig sind vor allem die Festlegung der noch zu erzeugenden Strommengen
und die Festlegung des Datums an dem das letzte Kernkraftwerk abgeschaltet werden
soll. Die Regierung geht von einer Strommenge aus, die einer Gesamtlaufzeit von 30
Jahren entspricht, die Betreiber wollen 35 Jahre.
Quelle: SALZGITTER ZEITUNG vom 10.6.2000, Seite Politik.
Bei VW in Beddingen verließ die Belegschaft nahezu geschlossen für 1 Stunde das Werk.
Foto : Ließ
Quelle: Salzgitter Woche, EK vom 4.6.2000, Seite Lokales 
4800 Beschäftigte
demonstrieren - Gewerkschaft kündigt weitere Aktionen an Metaller machen mobil
gegen Konrad
Von Ingo Kugenbuch
SALZGIITER. Auf dem Transparent prangen drei schwarze Dreiecke auf gelbem Grund:
Vorsichtradioaktive Strahlung! Mitten in der angedeuteten Karte von Salzgitter. Von dort aus gehen Strahlen
mit Entfernungsangaben in alle Richtungen: Braunschweig
10 Kilometer,
Wolfsburg 50 Kilometer,
Hildesheim
25 Kilometer,
Peine
18 Kilometer,
Hannover
50 Kilometer.
Das Transparent
spricht eine einfache Sprache:
Schacht
Konrad gefährdet die gesamte Region.
Mehr als 4800 Beschäftigte der Metallindustrie, 3500 allein bei Volkswagen;
legten am Mittwoch in Salzgitter für eine Stunde ihre Arbeit nieder, um gegen
das geplante Atommüll-Lager zu demonstrieren. Lohn bekommen sie während
dieser Zeit nicht. ,,So etwas hat es bisher in ganz Deutschland noch nicht gegeben",
sagt Wolfgang Reschke, Bevolimächtigter der Ortsverwaltung der IG Metall.
,,Historisches Hoch"
Erstmals in der Atom-Debatte, staunt auch Peter Dickel, Sprecher der ArbeitsgemeinschaftSchacht
Konrad, machten die Beschäftigten von Industriebetrieben den Widerstand zu ihrer
Sache ,,Das ist ein historisches Hoch", sagte er. ,,Wir verlangen nichts anderes,
als daß die Regierung das macht, wofür sie gewählt worden ist",
sagt Dickel unter dem Beifall der 3500 VWler. In ihrer Koalitionsvereinbarung hatten
Bündnisgrüne und SPD sich auf ein einziges Atommüll-Lager für
alle Arten radioaktiven Abfalls geeinigt. Das jedoch kann nicht Schacht Konrad in
Salzgitter sein, da dieser bisher nur auf seine Eignung für schwach und rnittelstark
strahlende Abfälle hin geprüft worden ist. Die Anti-Atombewegung befürchtet
jedoch, daß Schacht Konrad während der Konsensgespräche als ,,Bauernopfer"
an die Atomindustne gegangen ist. Ernst Schäfer, Konzernbetriebsrats-Chef der
SaIzgitter AG, kündigt an, ,,daß die Aktion den Auftakt für weitere
vielfältige Protestaktionen bildet". In der vorigen Woche hatten 160 Gewerkschafter
aus Salzgitter in Potsdam mehr als 11 000 Unterschriften der ,,Initiative 2000 -
Gewerkschafter gegen Konrad" an den Chef des Bundeskanzieramtes, Frank-Walter
Steinmeier, überreicht.
800 rote Luftballons
,,Die Menschen, die jetzt hier die Macht haben", sagt VW-Betriebsrats-Chef Andreas
Blechner, ;,meinen sagen zu können, daß sie Atommüll über 20
000 Jahre ,lagern, konnen - wer das sagt, der lügt". Die Atom-Technologie
sei noch lange nicht beherrschbar. Deshalb müsse man sich mit der Suche nach
einem Endlager Zeit lassen und dabei auch kritische Wissenschaftler mit einbeziehen.
,,Wenn Schacht Konrad wirklich genehmigt werden sollte, müssen wir zu Aktionsformen
kommen, die ähnlich wie in Gorleben ablaufen", sagt Ahdreas Blechner.
Als Blechner mit seiner Rede fertig ist, zeigt die Uhr an der Einfahrt zum Motorenwerk
fünf vor zwölf. Zu ,,99 Luftballons" von Nena schweben 800
rote Ballons in den Himmel über dem VW-Werk. Dort treffen sie auf 2200 weitere
Luftballons aus vielen anderen Salzgitteraner Betrieben. Auf jedem davon steht mit
weißer Schrift ,,Kein Atommüll im Schacht Konrad".
Quelle: Salzgitter Zeitung vom Freitag den 2.6.2000, Seite NIEDERSACHSEN UND DIE
REGION
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Titel: Quelle: Salzgitter Woche,
EK vom 4.6.2000, Seite Lokales
Niedersachsens Grünen-Chefin warnt vor "Bauernopfer" Konrad beim Atomausstieg.
Laufzeiten-Fixierung verstellt den Blick
Das zweite rot-grüne Jahr in Berlin neigt sich dem Ende entgegen, doch der Atomausstieg - vor allem für den kleinen Koalitionspartner ein Prestige-Projekt - kommt nicht recht voran
.
Niedersachsens Grünen-Vorsitzende Renate Krebs.. Foto: Bernward
Comes
Niedersachsens Grünen-Vorsitzende
Renate Krebs warnte im Gespräch mit unserer Zeitung davor; bei den Konsensverhandlungen
mit der Industrie die Genehmigung des Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter als
Bauernopfer zu bringen. Kompromißbereitschaft deutete sie hingegen bei der
Frage der Gesamtlaufzeit an, die möglicherweise auch über der bisherigen
grünen Schmerzgrenze von 30 Jahren liegen könnte. Das Gespräch führte
Dirk Bauer.
Beim
Atomausstiegsind mehrere Ultimaten der Grünen folgenlos verstrichen. Wann kommt
er denn nun, wenn er überhaupt kommt?
Ich rechne in allem Ernst damit, dass es bis zur Sommerpause so oder so ein Ergebnis
geben wird - entweder einen Konsens oder den rot-grünen Ausstiegs-Gesetzentwurf.
Treibt
der Widerstand der Unionsländer den politischen Preis des Ausstiegs für
Rot-Grün in die Höhe?
Das möchte ich dahingestellt lassen. Der Preis wird jedenfalls sehr viel
höher äusfallen, als die Grünen sich daß beim Regierungs-Einstieg
gewünscht haben. Ob der Preis bezahlbar sein wird für uns, kann man noch
nicht absehen. Man muss daß als Gesamtpaket sehen. Eine Fixierung ausschließlich
auf die Frage, ob es sich letztlich um 29 Jahre, 30 Jahre oder 31 Jahre Gesamtlaufzeit
handelt, wird einem den Blick verstellen für eine vernünftige politische
Einschätzung des Gesamtergehnisses. Auch die Fragen der Endlagerung und des
Abschaltens von Kraftwerken noch in dieser Legislaturperiode sind für uns schließlich
zentral.
Gibt
es eine Schrnerzgrenze, die für Ihren Landesverband nicht unterschritten werden
darf?
Unsere Position ist klar. Wir
halten daran fest, daß Schacht Konrad nicht genehmigt werden darf und daß
die Pilotkonditionierungsanlage und das Endlager in Gorleben nicht kommen sollen,
sondern daß man sich im Rahmen des Ausstiegs in der gesamten Bundesrepublik
auf die Suche nach einem Endlagerstandort für alle Arten von Atommüll macht.
Es
zeichnet sich aber ab, daß es für Konrad zumindest einen positiven Planfeststellungsbeschluß
geben wird. Könnten Sie daß Ihrer Basis und Wählerschaft noch vermitteln?
Man kann das Mißtrauen hegen, daß es eine Genehmigung für Schacht
Konrad geben soll.
Ich sehe aber nicht, daß die Verhandlungen schon den Stand erreicht haben,
daß man sagen kann: Schacht
Konrad ist das Bauemopfer
für irgendeine sonstige Vereinbarung.
Sollte es jedoch dazu kommen, würde daß die Grünen in Niedersachsen
in eine extrem schwierige Situation bringen.
Und
wenn man genehmigt, aber zugleich einen Verzicht auf den Betrieb vereinbart?
Experten haben plausibel nachgewiesen, daß man das so nicht machen kann.
Deshalb mein Plädoyer: Der niedersächsische Umweltminister und der Bundesumweltminister
sollten sich endlich zusammensetzen und aus den inhaltlichen Gründen, die gegen
die Genehmigung sprechen, gemeinsam die Konsequenz ziehen. Ich verstehe ja, daß
beide nicht die möglichen finanziellen Folgen verantworten wollen. Deshalb muß
eine gemeinsame Strategie entwickelt werden, für die man hinterher gemeinsam
geradesteht.
Niedersachsens Grünen-Vorsitzende Renate Krebs.. Foto: Bernward Comes
Quelle: Salzgitter Zeitung vom Samstag den 6. Mai 2000, Seite HINTERGRUND, Higr_B03
Umweltminister Trittin
zu Schacht Konrad:
,,Nicht genehmigungsfähig"
BERLIN (ck) Bundesumweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) hält das geplante Atommüll-Endlager Schacht
Konrad für schwach- und radioaktiven Atommüll weiterhin für nicht
genehmigungsfähig.
Das hat Ministeriumssprecher Michael Schroeren gestern in Berlin betont. Er widersprach damit dem CDU Bundestagsabgeordneten
Kurt-Dieter Grill, der beklagt hatte, die Genehmigung für Schacht Konrad werde
verweigert, obwohl das Land Niedersachsen und Trittin es für genehmigungsfähig
hielten. Nach Ansicht Trittins müsse es möglich sein, das laufende Planfeststellungsverfahren
zu unterbrechen, erklärte der Sprecher. Er verwies darauf, daß Trittin
Landesumweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) im Herbst 1999 eine Weisung zu weiteren
Prüfungen erteilt habe. Über die Zukunft von Schacht Konrad wird derzeit
in den Atom-Konsensverhandlungen beraten. In Koalitionskreisen heißt es, im
Fall einer Konsenslösung werde möglicherweise ein Moratorium für Schacht
Konrad vereinbart.
Quelle: Salzgitter Zeitung vom Donnerstag den 18.5.2000, Seite: POLITIK
Umweltminister
Trittin zu Schacht Konrad:
,,Nicht genehmigungsfähig"
BERLIN (ck) Bundesumweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) hält das geplante Atommüll-Endlager Schacht
Konrad für schwach- und radioaktiven Atommüll weiterhin für nicht
genehmigungsfähig.
Das hat Ministeriumssprecher Michael Schroeren gestern in Berlin betont. Er widersprach damit dem CDU Bundestagsabgeordneten
Kurt-Dieter Grill, der beklagt hatte, die Genehmigung für Schacht Konrad werde
verweigert, obwohl das Land Niedersachsen und Trittin es für genehmigungsfähig
hielten. Nach Ansicht Trittins müsse es möglich sein, das laufende Planfeststellungsverfahren
zu unterbrechen, erklärte der Sprecher. Er verwies darauf, daß Trittin
Landesumweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) im Herbst 1999 eine Weisung zu weiteren
Prüfungen erteilt habe. Über die Zukunft von Schacht Konrad wird derzeit
in den Atom-Konsensverhandlungen beraten. In Koalitionskreisen heißt es, im
Fall einer Konsenslösung werde möglicherweise ein Moratorium für Schacht
Konrad vereinbart.
Quelle: Salzgitter Zeitung vom Donnerstag den 18.5.2000, Seite: POLITIK

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